Die VW-Boxermotoren sind traditionell mit einer Kaltstartautomatik ausgerüstet, die die Leerlaufdrehzahl des Motors bei niedrigen Außen- und Motortemperaturen nach dem Start anhebt. Die Dauer der Leerlaufanhebung wird durch eine elektrisch beheizte Bimetallfeder bestimmt, die die Starterklappe in der Warmlaufphase schrittweise öffnet.
Der Fahrer kann bei Bedarf die Öffnung beschleunigen, indem er einmal das Gaspedal
weit durchtritt. Oft stimmt jedoch die Dauer der Leerlaufanhebung nicht mit
der benötigten Warmlaufdauer des Motors überein. Dies ist z.B. der Fall bei
einer Bergabfahrt nach dem Kaltstart. Beim anschließenden Halten an einer Kreuzung
kann der Motor absterben, da aufgrund fehlender Motorlast der Motor noch nicht
warmgefahren ist.
Manuelle Choke-Bedienung am Armaturenbrett
Deshalb ziehen es manche Fahrer vor, die Starterklappe von Hand zu bedienen. Bei gezieltem Einsatz des Handchokes kann sogar eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei Kurzstreckenverkehr erreicht werden. In der Regel ist die serienmäßige Startautomatik jedoch völlig ausreichend und zudem komfortabler in der Bedienung.
An dieser Stelle soll eine kleine Umbauanleitung für einen Handchoke beschrieben
werden. Dazu müssen mehrere Bohrungen in der Karosserie angefertigt werden.
Es empfiehlt sich, dafür ein "Knock-Out-Werkzeug", wie es in der Elektrotechnik
verwendet wird, einzusetzen.
Folgende Bohrungen sind eventuell zu einer Gelegenheit, bei der der Motor sowieso einmal ausgebaut werden muß, zu erstellen:
Bohrung neben Gaszugrohr im Gebläsekasten |
Anlenkung des Choke-Zuges |
Der Bowdenzug des Handchokes wird gründlich eingefettet und durch die Bohrungen gezogen sowie das Schutzrohr in weiten Biegungen in der Karosserie verlegt. Anschließend kann der Zug am Vergaser befestigt werden, siehe Bild. Die Nummern bedeuten:
1 - StarterklappenhebelDie Teilenummern der Chokebetätigung sind in der Tabelle vermerkt.
2 - Gegenhalter
3 - Schutzrohr für Chokezug
4 - Klemme für Schutzrohr
5 - Schraubklemme für Bowdenzug
| Bauteil | Teilenr. | Anzahl |
| Chokezug | 111 711 501A | 1 |
| Schutzrohr | 111 711 535 | 2 |
| Zierteile, Dichtungen | 111 711 517 | 1 |
Die Züge sind je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich lang. Bei Käfer (Typ 1) kommt
ein Zug mit 3770 mm Länge und beim Karmann Ghia (Typ 14) von 4095 mm Länge zum
Einsatz. Die Bedienknöpfe sind an das jeweilige Baujahr anzupassen, wie die
Tabelle zeigt.
| Fahrzeug | Farbe | Baujahr | Teilenr. |
| Typ 1 | schwarz | 10/52 bis 08/53 | 111 941 541 |
| Typ 1 | weiß | 10/51 bis 07/65 | 113 941 541 |
| Typ 14 | weiß | bis 08/57 | 113 941 541 |
| Typ 14 | 09/57 bis 08/60 | 141 941 541 |
Die elektrische Startautomatik wird abgeklemmt und die Bimetallfeder entnommen. Über den Sinn oder Unsinn eines solchen Umbaus muß jeder Käfer-Besitzer allerdings selbst entscheiden.
Volkswagen Audi Car, August 1983 Seite 32/33, "Clutch Cables For Beetles",
Auto Metrix Publication, Toddington UK