Fahrzeugdaten
Bremskraftverteilungsdiagramm
Bremsstabilität (Fahrzeuge mit Trommelbremsen)
Bremspedalkraft
Für die Auslegungsrechnung sind die Daten eines VW 1200 einmal
mit Leergewicht und einmal mit zulässigem Gesamtgewicht zugrundegelegt worden.
Außerdem werden die technischen Daten des Bremssystems, insbesondere die Abmessungen
der Trommel- oder Scheibenbremsanlage nach folgender Aufstellung verwendet:
Trägt man die auf die Fahrzeugmasse bezogene Bremskraft der Vorderachse über
der bezogenen Bremskraft der Hinterachse auf, so erhält man das Bremskraftverteilungsdiagramm.
Dieses Diagramm gilt für das leere Fahrzeug mit Fahrer. Die rote Linie gibt
die Idealverteilung der Bremskraft an. Die Bremskräfte der Vorder- und Hinterachse
sind für diese Beladung ideal verteilt, wenn sie der gekrümmten roten Kurve
folgen. In diesem Fall würde die optimale Abbremsung erreicht.
In der Praxis ist die Bremskraftverteilung linear, wie die pinkfarbene Gerade
für die Serien-Trommelbremsanlage und die dunkellilafarbene Gerade für die Serien-Scheibenbremsanlage
zeigt. Der Käfer hat keinen separaten Bremskraftregler für die Hinterachse.

Solange die Gerade der installierten Bremskraftverteilung unterhalb der gekrümmten
Idealverteilung liegt, blockeirt die Vorderachse bei einer Vollbremsung vor
der Hinterachse. Dies ist bei Fahrzeugen ohne ABS die richtige Auslegung, um
ein Ausbrechen des Hecks zu verhindern. Liegt allerdings die Gerade zu weit
unter der Idealverteilung, dann wird unweigerlich Bremsweg verschenkt.
Die dünne blaue Kurve ist die Mindestbremskraftanforderung nach ECE-Richtlinie.
Sie wird zuverlässig erfüllt.
Ergebnisse der Berechnung sind der Punkt der kritischen Abbremsung, der zugehörige
Bremsdruck und die zugehörige Pedalkraft. Als Abbremsung wird die Summe der
Bremskräfte bezogen auf die Fahrzeugmasse bezeichnet. Die kritische Abbremsung
ist dann der Punkt, an dem die Hinterache vor der Vorderache blockiert. Beim
Käfer liegt die kritische Abbremsung bei der Scheibenbremse mehr als 20% über
derjenigen der Trommelbremsanlage.
Bremsstabilität (Fahrzeuge mit Trommelbremsen)
Für die Beurteilung der Bremsstabilität sind zwei Begriffe wichtig. Die Abbremsung ist die Bremskraft einer Achse bezogen auf die Achslast. Als Kraftschlußbeiwert bezeichnet man die auf dem aktuellen Fahrbahnbelag übertragbare Reifenumfangskraft bezogen auf die Radlast. Eine trockene, griffige Fahrbahn erzielt einen Kraftschlußbeiwert von mehr als eins, während eine nasse Fahrbahn den Kraftschlußbeiwert auf Werte von 0,5 bis 0,9 je nach Höhe des Wasserfilms absinken läßt. Winterglatte Fahrbahnen liegen bei 0,1 bis 0,2.

Das Diagramm zeigt die Bremspedalkraft der Trommel- und Scheibenbremsanlage des Käfers. Die gesetzlichen Anforderungen nach ECE-Richtlinie von max. 500 N Pedalkraft bis zu einer Abbremsung von z = 0,3 wird problemlos eingehalten.
Die serienmäßige Scheibenbremsanlage läßt sich etwas leichter betätigen als die Trommelbremsanlage. Die Bremspedalkraft läßt sich durch die Pedalübersetzung ("mechanischer Bremskraftverstärker") oder durch die Kolbendurchmesser des Haupt- und der Radbremszylinder beeinflussen. Durch Einbau von Teilen aus anderen VW-Modellen läßt sich jedoch keine Verbesserung mit einfachen Mitteln erzielen.