Funktion
Serienkupplungen
Verstärkte Kupplungen
Kupplungs-Rechner
Die Funktionen der Kupplung sind
Schraubenfeder-Kupplung (Hoffmann-Speedster) mit starrer Kupplungsnabe, Druckplatte (li.), für ungeführtes Ausrücklager, Kupplungsscheibe (re.) |
Membranfeder-Kupplung (Hoffmann-Speedster), für neueres, geführtes Ausrücklager mit Schwingungsausgleich durch Schraubenfedern |
aufgebracht werden. Beim Auskuppeln drückt eine Ausrückgabel gegen das Ausrücklager (Axialkugellager) und hebt gegen die Federkraft über einen Hebel die Kupplungsdruckplatte von der Kupplungsscheibe um 0,6 bis 1,0 mm ab. Dadurch wird der Reibschluß unterbrochen und die Verbindung von Motor und Getriebe getennt.
Im Falle einer rutschenden Kupplung kann ein um den Faktor 2 bis 2,5-fach höheres Drehmoment als der Motor liefert auf der Getriebeeingangswelle anliegen (Momentenüberhöhung). Der Kupplungsreibwert liegt je nach Material der Reibbeläge zwischen 0,2 und 0,35.
Bei der Schraubenfeder-Kupplung steigt die Pedalkraft linear mit zunehmendem Pedalweg an. Ein komfortablerer Verlauf stellt sich bei der Membranfederkupplung ein. Hier steigt die Pedalkraft beim Auskuppeln zuerst an, um dann wieder leicht aubzufallen (Wellenform). So läßt sich der Kupplungsvorgang leichter dosieren. Außerdem sind Membranfederkupplungen unempfindlicher für hohe Drehzahlen und bauen kleiner.
Für ein ruckfreies Anfahren sind Kupplungsscheiben mit Schwingungsdämpfern und/oder Belagfederung geeignet. Bei der Belagfederung ist die metallische Trägerscheibe für die beiden Beläge in Wellenform federnd ausgebildet. Die aufgenieteten Reibbeläge können entweder als Reibring oder in Segmenten (z.B. keramische oder Sinterplatten) aufgebracht werden.
Serienmäßig kamen Kupplungsscheiben mit 180, 200, 210, 215 und
228 mm Durchmesser zum Einsatz. Die Tabelle zeigt die verschiedenen mir bekannten
Bauarten.
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Kupplungsscheibe in mm |
in cm² |
| Typ 1 (1200 bis 12/71) (1300, 1500 bis 07/70) |
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| Typ 1 (1200 01/72 bis 12/79 (1300 08/70 bis 07/75) |
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| Typ 1 (1500, 1600 kurzer Vorderwagen bis 07/70) |
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| Typ 1 (1600 kurzer Vorderwagen ab 08/70) |
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| Typ 1 (1302/03 ab 08/70 1600, 50PS) |
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| Typ 1 (1200 Mexiko ab 01/80) |
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| Typ 2 (Bus bis 1967) |
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| Typ 2 (Bus bis 1967) |
9-Tellerfederkupplung |
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| Typ 2 (Bus ab 1967) |
9-Tellerfederkupplung mit geführtem Ausrücklager |
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| Typ 2 (Bus 1967 bis 1979) |
geführtem Ausrücklager |
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| Typ 3 (1500 bis 07/62) |
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| Typ 3 (1500, 1600 ab 08/62) |
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| Typ 4 (411, 412, Bus, Porsche 914) |
geführtem Ausrücklager |
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Außerdem wird zwischen ungeführten Ausrücklagern (Bild oben links, bis Baujahr 07/70) und zentrisch geführten Ausrücklagern (Bild oben rechts, ab Baujahr 08/70) unterschieden. Beim Standard-Käfer setzte das geführte Ausrücklager ab Baujahr 04/72 ein. Das Ausrücklager muß unbedingt mit der entsprechenden Kupplungsdruckplatte mit oder ohne Anlaufring kombiniert werden, da sonst die Ausrückwelle zerstört werden kann.
Das Pedalspiel soll zwischen 10 und 20 mm betragen.
Wenn ein Motor durch eine Leistungssteigerung ein höheres Drehmoment abgibt, dann muß theoretisch der gesamte nachfolgende Antriebsstrang verstärkt werden. Dies betrifft in erster Linie die serienmäßige Kupplung, da die Kupplungsscheibe ein Verschleißteil darstellt. Die Verstärkung der Kupplung kann durch Verwendung
Für noch höhere Leistungen werden höhere Anpreßkräfte, siehe Tabelle erforderlich.
Die beiden ersten Zeilen enthalten zum Vergleich serienmäßige Membranfederkupplungen
mit ungeführtem Ausrücklager.
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[kN] |
[engl. Pfund] |
[mm] |
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*: für Rennsportzwecke, z.B. Beschleunigungsrennen (drag-race) vorgesehen.
Kennedy Kupplungen werden für Getriebewellen mit ungeführtem Ausrücklager geliefert und können durch Ausbauen des Lagerrrings auf die neueren Ausrücklager umgerüstet werden. Außerdem verkürzen diese Art der Membranfederkupplungen den Pedalweg und sind in USA und England im sehr verbreitet.
VW und Porsche "Heavy Duty" Kupplungsscheibe mit Schwingungsausgleich durch Schraubenfedern |
Als Reibwerkstoffe kommen neben den organischen Belägen der Serienkupplungen auch Sinterwerkstoffe mit keramischen Werkstoffbestandteilen zum Einsatz, die auch als einzelne Plättchen auf der Kupplungsscheibe aufgeklebt sein können. Auch Mischungen zweier Belagarten werden angeboten (Dual Friction Clutch). Damit soll ein weiches Einkuppeln (Alltagsbetrieb!) bei hoher Standfestigkeit und Wärmeableitung möglich sein. |
Für den Rennsport stehen 200 mm Kupplungsscheiben in 3- oder 4-Arm- (3-/4 puck) Bauweise zur Verfügung, die aufgrund ihrer fehlenden Elastizitäten ein schlagartiges Einkuppeln bei hohen Drehzahlen ermöglichen. Diese Entwicklung kommt, wie auch die J&G floater clutch aus dem Beschleunigungsrennsport (drag racing).
Ein interessanter Umbau wird z.B. von John Maher in England gemacht. Er hat einen Adapter konstruiert, mit dem das neue, geführte Ausrücklager an die alte ungeführte Bauform angepaßt werden kann und so neue Membranfederkupplungen in alten Getriebegehäusen gefahren werden können.